Theorie mit Karten geschafft

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Theorie mit Karten geschafft

Beitragvon Trixi » 8. Mär 2012, 13:11

Danke Herr Vogt!

Nur mit den Karten habe ich die Theorie bei der IHK mit 68 Punkten geschafft. Ich hatte auch nur 2 Wochenenden Zeit zu üben und habe keinen Kurs besucht. Darüber hinaus bin ich auch schon 49Jahre alt! Da fällt das Lernen nicht mehr so leicht. Auch bin ich selbständig und habe natürlich vorrangig dafür zu sorgen, dass mein Laden läuft, der mich von morgens 6:30 bis abends 18:00Uhr beschäftigt, plus 100km für Hin-und Rückfahrt jeden Tag. Dafür finde ich das Ergebnis schon in Ordnung.

Leider bin ich durch die praktische Prüfung gerasselt. Da ich niemanden hatte, der meine Prüfungssituation (2 Tage habe ich an dem Konzept gefeilt, um in den 10 Minuten zu verbleiben, die nur erlaubt waren) mal kritisch beäugt hätte. Ich da ziemlich blauäugig hinein und dachte, dass ich mit meiner motivierten und motivierenden Art die Praxis mit links absolvieren würde. Da habe ich die Rechnung ohne die Prüfer gemacht, die mir ganz schnell klar machten, dass man sowas erst schaffen kann, wenn man auch teure Lehrgänge (insbesondere natürlich den Kurs bei der IHK!!) bezahlt und die entsprechende Zeit investiert hat.

Darüber hinaus hatte ich von dem Organisator der Prüfungen bei der IHK xy den Tipp bekommen: "Sie dürfen nur 25% der Zeit reden. Den Rest muss der Azubi reden, sonst gibt das Punktabzug!" Dieser Tipp ist mir zum Verhängnis geworden, da ich mich sehr zurückgehalten habe mit Erklärungen. Der Kommentar anschließend war dazu dann: "Sie hätten mehr erklären müssen!"

Da ich als Frau einen Dachdeckerbetrieb führe, bin ich schon daran gewöhnt, dass man von mir immer noch ein Schüppchen mehr erwartet, um eine durchschnittliche Leistung bewertet zu bekommen. Allein ich finde es immer noch nicht in Ordnung! Es sollte zumindest eine Frau in der Kommission sitzen, wenn eine Frau geprüft wird. Ich fühlte mich schon ein bisschen ausgeliefert. Da half es auch nicht, dass man mir zu Beginn der Bewertung erklärte, dass ich so eine "erfrischende, freundliche, positive und motivierende Ausstrahlung hätte", bevor der Haupt-Prüfer mir das vernichtende Ergebnis mitteilte. Man hat mir dann noch "Tipps" gegeben, wie es das nächste Mal besser laufen kann. Das nützt meinen Azubis nix, für die muss ich jetzt für ca. 3 Monate eine Lösung finden, da meine Ausnahmegenehmigung nicht weiter verlängert wird.

Schade! Meine Motivation ist hin und ich werde die nächste Unterweisung strikt nach deren Vorgaben konzipieren und durchziehen. Kein persönliches Geplänkel im Vorfeld mehr sondern lediglich Konzentration auf das Wesentliche. Was geht es die Prüfer an, warum ich die Prüfung ablege. Da ich meinen Betrieb seit 2010 ohne meinen Exmann führe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Herren im "besten" Alter auch die eine oder andere Trennung hinter sich und viel Geld an ihre "Ex" verloren haben. Da ich diejenige bin, die den Laden weiter führt, liegt die Vermutung nahe, dass ich meinen Exmann übervorteilt hätte. (Habe ich nicht, ganz im Gegenteil: den Betrieb zu übernehmen hat mich eine Menge und nicht nur Geld gekostet). Jetzt war die Chance gekommen, sich mal an einer Ex zu rächen. An die Azubis, die Beschäftigungsverhältnisse meiner Mitarbeiter und das Risiko des Verlustes der Existenz eines Lebenswerks (seit 20 Jahren gibt es den Betrieb) haben sie keinen Gedanken verschwendet.

Sie haben sich dann sogar noch gewundert, dass ich nicht aus Dank vor Ihrer schlechten Bewertung (36 Punkte) auf die Knie gefallen bin, sondern meine Enttäuschung und Existenzangst in meinem Gesicht zu sehen war.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich nicht weiß, wie solche Menschen ruhig schlafen können. Ich könnte es jedenfalls nicht.

Trixi.
Trixi
 
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Registriert: 8. Mär 2012, 12:05

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