AEVO-Prüfung in der IHK Duisburg nicht bestanden

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AEVO-Prüfung in der IHK Duisburg nicht bestanden

Beitragvon Reinhold Vogt » 28. Jan 2015, 22:13

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Beitrag von mithanbabag » Mi 28. Jan 2015, 10:14

Hallo Herr Vogt,
ich hatte heute meine praktische Prüfung AEVO vor der IHK Duisburg, die ich lt. Prüfungsausschuss nicht bestanden habe. Ich würde gegen diese Bewertung gerne vorgehen, bin mir aber nicht sicher, wie dies zu handhaben ist. Ab wann kann ich Widerspruch einlegen, erst nach Erhalt des schriftlichen Ergebnisses? Habe ich die Möglichkeit, Einsicht in die Bewertung zu bekommen? Ich glaube, das meine Bewertung schlicht nicht korrekt ist.

Ich möchte Ihnen kurz schildern, wie die Prüfung verlaufen ist:
Zunächst einmal kam der Prüfungsausschuss bereits ca. 15 min verspätet aus der Mittagspause
( mit einer recht laxen Entschuldigung) , meine Prüfung begann also bereits mit 30 min Verspätung.
Ich habe eine Präsentation zu einem sehr komplexen Thema gehalten, als Medium habe ich in erster Linie vorgeschriebene Flip-Chart Seiten eingesetzt und eine Folie für den OHP.
Meine Präsentation war flüssig (ich bin das Reden und Präsentieren vor Gruppen gewohnt), ich habe die 15 min Zeit exakt eingehalten. Allerdings vermittelte der Prüfungsausschuss bereits ab dem ersten Wort einen völlig gelangweilten, fast störrischen Eindruck, es wurde getuschelt, Blicke getauscht etc.
Das anschließenden Fachgespräch verlief leider nicht so gut, ich hatte einen klassischen Black-Out,habe mich aber (mehr schlecht als recht) durch die 15 min gehangelt.
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Re: AEVO-Prüfung in der IHK Duisburg nicht bestanden

Beitragvon Reinhold Vogt » 28. Jan 2015, 23:05

Hallo, mithanbabag,


> Ab wann kann ich Widerspruch einlegen, erst nach Erhalt des schriftlichen Ergebnisses?

Ja, und dann innerhalb einer Frist von einem Monat. (Die entsprechende Rechtsbelehrung muss im Prüfungsbescheid - mit Fristangabe - enthalten sein.)



> Habe ich die Möglichkeit, Einsicht in die Bewertung zu bekommen?

Ja, Sie haben das Recht, die Prüfungsunterlagen - und vor allem das Prüfungsprotokoll - einzusehen; es muss Ihnen die Möglichkeit eingeräumt werden, Ihren Widerspruch auch mit Hinweisen auf die Aussagen im Prüfungsprotokoll zu begründen.

Ich weiß allerdings nicht, ob Sie das Recht haben, von den Prüfungsunterlagen eine Kopie zu verlangen oder selber per Smartphone Fotos zu erstellen. Ich vermute jedoch, dass Sie dieses Recht haben, um Ihre Argumentation zum Beispiel mit dem Wortlaut der Eintragungen im Protokoll zu belegen.



> (mit einer recht laxen Entschuldigung) , meine Prüfung begann also bereits mit 30 min Verspätung.

Ich vermute, dass die 30-minütige Verspätung für einen erfolgreichen Widerspruch nicht ausreicht.



> Ich habe eine Präsentation ... gehalten,

In allen meinen Veröffentlichungen rate ich davon ab, die Präsentation zu wählen!



> zu einem sehr komplexen Thema gehalten

Sofern Sie Teilnehmer meines Seminars zur Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung gewesen wären, hätte ich Ihnen auch davon abgeraten und Ihnen statt dessen einen 'einfachen' Inhalt empfohlen.



> Allerdings vermittelte der Prüfungsausschuss bereits ab dem ersten Wort einen völlig gelangweilten, fast störrischen Eindruck, es wurde getuschelt, Blicke getauscht etc.

Ähnliche (und noch viel krassere) Aussagen über das Verhalten von Prüfungsausschussmitgliedern bei der Prüfungsabnahme habe ich leider schon häufiger mitgeteilt bekommen!

Dieses Verhalten könnte Anlass für einen Widerspruch sein, denn die Mitglieder der Prüfungskommission "müssen für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein." § 40 (1) BBiG - Das von Ihnen geschilderte Verhalten erscheint mir zumindest grenzwertig. - Wie können Sie dieses Verhalten aber beweisen?!

In einem sehr krassen Fall von Fehlverhalten der Prüfungsausschussmitglieder hatte ich die Prüflinge aufgefordert, ein Erinnerungsprotokoll zu schreiben. Die Prüfung des damaligen ‚Falls‘ wurde schließlich von der IHK annulliert und zumindest einer der Prüfungsausschussmitglieder aus seinem Amt entfernt – detaillierte Beschreibung dieses Falls: http://www.tkompetenz.de/AdA/mangelhaft.htm


> Das anschließenden Fachgespräch verlief leider nicht so gut, ich hatte einen klassischen Black-Out,habe mich aber (mehr schlecht als recht) durch die 15 min gehangelt.

Sofern schon der erste Teil Ihrer praktischen Prüfung nicht akzeptabel verlief (30-minütige Verspätung sowie das von Ihnen beschriebene Prüferverhalten), dann wurde von den Prüfern dadurch ein zusätzlicher, nicht akzeptabler Prüfungsstress ausgelöst - und Ihre folgenden Leistungen können darunter glaubhaft gelitten haben. („Stress macht dumm!“ – Stress blockiert!)

=

Dass Sie verärgert / wütend sind, kann ich gut nachvollziehen.

Wenn Sie gegen Ihr Prüfungsergebnis angehen wollen, seien Sie sich aber bewusst, dass das mit zusätzlicher Arbeit, zusätzlichem Zeitaufwand und sogar mit einem Kostenrisiko verbunden ist: Manche IHKs weisen darauf hin, dass im Falle der Ablehnung des Widerspruch Kosten in Höhe von zum Beispiel 150 EUR fällig werden. Wenn Sie einen Verwaltungsgerichtsprozess anstreben, gehen Sie sogar ein noch größeres Kostenrisiko (z. B. Kosten Ihres Anwalts) ein. – Um eine größere Erfolgsaussicht im Rechtsstreit zu haben, müssten Sie vermutlich gravierende Formfehler nennen können, die sich aus dem Prüfungsprotokoll ergeben.

Lassen Sie sich ggf. von einem Rechtsanwalt beraten.
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