Als Erstes: Ich habe mit 83 % bestanden, ...

Teilen Sie Ihre AEVO-Prüfungserfahrung anderen mit: Wie waren die Prüfer mit Ihrer Präsentation oder mit Ihrer Unterweisungsprobe zufrieden? Welche Fragen wurden im ergänzenden Fachgespräch gestellt? Waren die Prüfer fair?
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Reinhold Vogt
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Als Erstes: Ich habe mit 83 % bestanden, ...

Beitrag von Reinhold Vogt » 12. Nov 2013, 12:00

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Hallo Herr Vogt,

Sie baten um ein Feedback.

Als Erstes: Ich habe mit 83 % bestanden, sowohl im schriftlichen Teil als auch im praktischen Teil.

Allerdings hat mich sowohl der schriftliche als auch der der praktische Teil etwas überrascht.

Hier für Sie zur Info:

Die schriftliche Prüfung war in ... [Nennung der IHK] in Papierform. Es kamen einige Fragen dran, bei denen ich komplett raten musste. Ich kann nicht beurteilen, ob diese Themen auch auf den Lernkarten standen, denn ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diese leider nicht alle durchgearbeitet habe. Überraschend fand ich 2 Fragen zur gestreckten Ausbildung, wobei es um prüfungsrelevante Richtlinien ging: Wann welche Prüfung zu machen sei und wann man welche davon wiederholen könne.

Dann gab es 5 Fragen zu einem Unternehmen mit stark Umweltgefährdenden Mitteln und Auswirkungen dieses Risikos auf Unterweisungen etc. Und das dritte Überraschungsfeld war dann eine Firma mit Teilsitz im Ausland und den damit verbundenen Rechtsansprüchen eines Auszubildenden, sowie zu erfolgende Beantragungen bei offiziellen Stellen und Regelung des Berufsschulunterrichts, wenn ein Azubi einen Teil seiner Ausbildung im Ausland absolviert.

Von meinem Lehrgespräch waren die Prüfer total begeistert. Hänge Ihnen noch die gebastelte Grafik an, die ich vorbereitet hatte. Waren besonders begeistert, dass ich auf alle möglichen Antworten auf die Frage „Was würden Sie mit dem Geld machen“ vorbereitet war.

Das ergänzende Fachgespräch war durchwachsen, da ich mich hauptsächlich mit Ihren 32 Fragen und den Lernkarten zu Lernmodellen, Methoden, Gruppendynamik etc. vorbereitet hatte. Allerdings kam dazu keine Frage, sondern alles Mögliche aus dem BBiG, persönliche und fachliche Eignung (Voraussetzungen, Unterschiede Ausbilder, Ausbildender, Ausbildungsbeauftragter, pädagogische Eignung), Betriebsrat, JAV mit Fristen und Voraussetzungen, Zusammenspiel Berufsschule und Ausbildungsstätte, ob Bund oder Land Rahmenlehrpläne heraus gibt, ob ein 25-Jähriger zur Berufsschule muss inkl. Begründung etc.

Ich hoffe, das war hilfreich für Sie.

Mit freundlichen Grüßen



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meine Antwort:
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Guten Morgen, Frau ...,

herzlichen Glückwunsch zur 'Doppel-Zwei'! Und danke für Ihre ausführliche Mail.

  • Überraschend fand ich 2 Frage zur gestreckten Ausbildung, wobei es um prüfungsrelevante Richtlinien ging. Wann welche Prüfung zu machen sei und wann man welche davon wiederholen könne.
Hier geht es vermutlich um die ‚gestreckte Abschlussprüfung‘. Darüber hatten wir am ersten Tag gesprochen, und dieses kleine Teilthema ist auch in der Lernkartei vertreten.

  • Dann gab es 5 Fragen zu einem Unternehmen mit stark Umweltgefährdenden Mitteln und Auswirkungen dieses Risikos auf Unterweisungen etc.
Ich vermute, dass es hierbei um das richtige Ausbilderverhalten geht; je nach konkreter Aufgabenstellung will man vermutlich hören, dass der Ausbilder hier ‚situativ richtiges Verhalten‘ (wahrscheinlich konkret: autoritäres Verhalten) zeigen muss. – Diesen Punkt hatten wir im Zusammenhang mit Führungsstilen behandelt, und in unserer Übung mit 'Problemfälle mit Azubis' gibt es den Fall 'Entsorgen von Chemikalien in das WC'.

  • Und das dritte Überraschungsfeld war dann eine Firma mit Teilsitz im Ausland und den damit verbundenen Rechtsansprüchen eines Auszubildenden, sowie zu erfolgende Beantragungen bei offiziellen Stellen und Regelung des Berufsschulunterrichts, wenn ein Azubi einen Teil seiner Ausbildung im Ausland absolviert.
Dieses Teilthema hatten wir nicht besprochen. Es gibt hierzu zwar ein oder zwei Lernkarten, aber aufgrund Ihrer Schilderung vermute ich, dass die Prüfungsaufgabe über das hinausgeht, was in den Karten steht. Deshalb ist diese Info von Ihnen für mich besonders wichtig. – Ich werde mal nachlesen, was das BBiG hierzu konkret sagt.

  • sondern alles Mögliche aus dem BBiG, persönliche und fachliche Eignung (Voraussetzungen, Unterschiede Ausbilder, Ausbildender, Ausbildungsbeauftragter, pädagogische Eignung), Betriebsrat, JAV mit Fristen und Voraussetzungen, Zusammenspiel Berufsschule und Ausbildungsstätte, ob Bund oder Land Rahmenlehrpläne heraus gibt, ob ein 25-Jähriger zur Berufsschule muss inkl. Begründung etc.
Diese Fragen hätten im mündlichen / praktischen Prüfungsteil überhaupt nicht gestellt werden dürfen: § 4, 3 AEVO schreibt vor: Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im Fachgespräch zu erläutern." Deshalb war die Leistung des Prüfungsausschusses ‚mangelhaft‘!

Ich bedanke mich noch einmal für die Mühe, die Sie sich mit dieser umfangreichen Rückmeldung gemacht haben!

Beste Grüße, alles Gute!
Ihr R. Vogt

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Anmerkung
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Diese Prüfung wurde mit zweimal 83%-Punkten bewertet; insofern gibt es eigentlich keinen Grund zu 'meckern', abgesehen davon, dass dieser Prüfling u. U. die Chance gehabt hätte, bei ordnungsgemäß durchgeführtem Fachgespräch auch ein 'Sehr gut' zu erreichen.

Leider zeigt auch dieser Fall, dass es noch immer einige AEVO-Prüfungsausschüsse gibt, die nicht "fachlich kompetent" sind! In manchen Fällen führte diese fachliche Inkompetenz zu 'gerade mal bestanden' bzw. zu 'nicht bestanden'. - Eine ähnliche Situation bei der IHK Essen habe ich auf meiner Webseite detailliert beschrieben ... bis hin zur erfolgreichen Fachaufsichtsbeschwerde gegen die IHK Essen.
Reinhold Vogt, Forum-Administrator

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